Auszug aus der Rechnung des Erbrichters 1654 - 1672 - Chronik der Gemeinde Dörfel

Die Chronik der Gemeinde Dörfel wurde in den Jahren 1921 - 1957 von Kurt Jokisch erstellt.
Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Auszug aus der Rechnung des Erbrichters 1654 - 1672

Bey der Gemeinde zcu Dörffel vom Richter daselbst Hans Georg Gehlern gehalten von Ao 1654 bis Ao 1672

Register und Rechnung was ich vor die Gemeinde außgezahlet habe alß nemlich wie folgt.

Bothenlohn:

1 gl.

wegen eines ganzen quatember Contribution in Monath Martij 1663.

1 gl.

wegen der Zinswalpurgis 1663 in Martij.

1 gl.

wegen einer Pfennigsteuer im Juli 1663.

1 gl.

wegen der Landsteuer Lotme A. 1663.

1 gl

wegen der Landsteuer Bartholeme Ao 1663 in August.

1 gl.

wegen der Zinßmichaelis Ao. 1663.

1 gl.

wegen der Wolfsjagt im Dezember 1663.

1 gl.

wegen der defensioner, daß sie den 5. february mit und unter Gewehr nebst dem Richter im Ambt ersch. sollen.

1 gl.

einem armen man von Elterlein geben Andreas Roller.

1 gl.

das die defensioner d. 15. Febr. 1664 bei der Stoppel in der Zwönitz sein sollen.

1 gl.

einem armen man von Scheibenbergk.

1 gl.

Beulen Karln aus Böhmen, so vertrieben worden.

1 gl.

wegen der Fleischsteuer.

1 gl.

einem armen man von Nürnbergk.

1 gl.

das soll Commis den Kriegsvölkern eingeben werden.

- 6 pf.

einem armen Exulant den 27. Juli 1664.

1 gl.

wegen Eißenfuhr nach Stollbergk.

1 gl.

wegen den Herbstförster Ey.

1 gl.

das die defensioner nach Schneebergk z. Musterung sollen.

1 gl.

steht mir noch außen, wie die lüneburgische Völker allhier durchgezogen, so ich dieselben bezahlet habe.

1 gl.

wegen der Räuber den 7. Dezember 1664.

1 gl.

wegen der Dorchmersche d. 6. January 1665.

1 gl.

wegen der Anxiliar Völker d. 28. Jan.

1 gl.

wegen des Holzschocks den 24. Marty.

1 gl.

einem armen man, so von Neuheußel mit einer vergiffteten Kugel ins Bein geschossen den 12. Juli.

1 gl.

das soll berichtet werden, was vor neue Heußlein in jeder Gemein erbaut worden.

1 gl.

wegen Straßenreuber d. 18. Septbr. 1665.

1 gl.

einer armen geistlichen Frau aus Annabergk.

1 gl.

wegen verzeichnis der Manschaft, so zur Wolfsjagt tüchtig den 14. Novbr. 1665.

1 gl.

das keine Ziegen sollen in die Hölzer gelassen werden.

1 gl.

das die Hunde sollen geklöppelt werden.

1 gl.

wegen der Klöppelleuth und Brandweinbrenner Septbr. 1666

1 gl.

einem armen man, so mit der schweren Noth beladen.

- 8 pf.

einem armen preceptores geben.

- 6 pf.

einem armen Edelmann, so verdrieben worden.

1 gl.

das man berichten soll, wie Ao 1646 die Contribution ist angeg.

1 gl.

wegen Victualien, so ins Ambt bezahlt werden muß.

1 gl.

so ein Churfürstl. Befehl ergangen d. 2. März 1667 wegen eines tuelles zwischen Marktsesse Ziv.-Ziv. Dünewalt von Keyster so sich auf Churf. rauffen wollen.

1 gl.

das sich die Unterthanen nicht aus erheblichen Ursachen wieder die beAmbten erheben sollen.

1 gl.

wegen der polizeiOrdnung wegen Hochzeiten, Kindttaufen und Kleitung.

- 6 pf.

einem armen Schulmeister von Sehma.

- 6 pf.

einer armen Pfarrwitwe aus Schleßigen.

- 8 pf.

einem Corporal Heinrich.

1 gl.

1670, d. 16. Juli wegen der Völker, so in die quartier gelegt werden sollen.

1 gl.

d. 31. August das Keiner mit keinem Braukessel oder Ofentopf soll handeln.

1 gl.

den 14. Septbr. wegen einen entlaufenen Kerls von Schneebergk.

1 gl.

den 5. Oktbr. wegen der Zigeuner.

- 8 pf.

den 4. Novbr. 2 Soldaten, so vor dem Erbfeind gewesen.

- 6 pf.

den 22. Marty 1671 einem armen Studenten geben.

1 gl.

den 22. Jan. 1672 wegen eines Kerls, so zur Staub geschlagen w. s.

1 Thl. 15 gl.

wie die revisores alta gewesen vor hier.

3 gl.

von eine alte hene.

31 gl.

Schreibgebühren habe ich dem Schulmeister ausgez. 1655 - 65.

Latus bis 1772 32 Thaler, 18 gl. 6 pf.

Anno 1664 zum Proviant denen Völkern, so nach dem Erbfeind gezogen, hat müssen eingebracht werden alß 2 Thlr. 1 gl. 6 pf.
Anno 1664 zum Proviant so nach Zwönitz geschafft 4 Thlr. 11 gl. 3 pf.
1666 zum Proviant vor die Ober und Niedersächsischen Völker im Rückmarsch aus Ungarn angeschafft worden, hat Dörffel müssen zahlen 3 Gülten, 3 gl. 8 pf.

Rechnung über die Wolfsjagt.
Jedes Jahr 1655-1672 Gesamt 351 Thlr. 23 gl. 5 1/2 pf.

Rechnung der Gedreytigfuhr nach Dresden.
1654-1672 gesamt 195 Thlr. 15 gl. 8 pf.

Rechnung, was der gehaltene Defensioner daselbst Michel Stopp, zu werben Anno 1663-1667 zu erhalten kostet, auch was wehrender Zeit zu dem Defensions-W. aufgewendet worden:
Dem Feldwebel zur Verehrung, Warthegeld auf vier Jahre, zum Abzug das erstemal nach Freibergk, vor Pulver und Bley in das Churfürstl. Ambt, wie sie das erstemal nach Freibergk gezogen den Offizieren zum Abzug zur Musterung nach Freibergk Gewehrgeld.
Vor 25 Kannen Bier, vor 22 Kannen Bier, vor 11 Kannen Bier, als der Richter von Beerenstein allhier geweßen vor 28 Kannen Bier, Summe der völligen Ausgaben: 112 Thlr. 8 gl. 7 1/2 pf.
Ausgabe abgeteilt, komt auf eine Mannschaft 4 T. 3 gl. 10 1/2 pf. und also auf der Dörffler portion 74 Thlr. 21 gl. 9 pf.

Lieferung nach Wiesenbad
Zur Füctualien vor Ihre Churf. Durchl. herzviel geliebte Gemahlin nacher Wiesenbatt ist gelieffert worden als den 20. May 1655 1 Kappaun vor 7 gl, 6 pf und 3 junge Hühner. Eine vor 2 gl tut 6 gl undt 3 junge Tauben vor 4 gl, 6 pf undt 1 gl, 6 pf Christian Hübschmann, das er ist nach Geyer zum Förster gegangen, tut 19 gl, 6 pf.
Zur Füctualien nacher Wiesenbatt ist gelieffert worden d. 8. J. 1653 1 Kalb von Thlr. 16 gl; 12 gl vor 4 alte, 8 gl vor 4 junge Hüner, 3 gl vor 3 junge Tauben undt d. 12. Juni ist gelieffert worden 3 junge Hüner vor 6 gl undt 3 junge Tauben vor 3 gl. Ferner sind 2 Wegen von Dörffel abgeschickt worden, welche 30 Schöffel Haber aus dem Ambt nacher Wiesenbatt geführet haben, welche Fuhr ist in der Gemein nach Bey verrichtet worden.
Ingleichen hat ein Wagen Füctualien auß dem Ambt nach Wießenbatt geführet, ist solches auch nach der Bey gegangen.

Rechnung über die hohe Jagt.

Zur hohen Jagt ao 1655
ist abgeschickt worden Christian Hübschmann auf 17 Tag nacher Frauenstein, ist ihnen des Tages 5 gl geben worden, tut 3 Thlr. 13 gl; 4 gl. 6 pf; Tags 5 gl geben worden; 3 gl Spanngeld auf die ersten 14 Tag; 5 gl zum Jägern, 3 gl zum Spanngeld. 3 Thlr. 2 gl 2 pf zum hohen Jagt 1665 in die Zeugwägen undt 10 Thlr. 22 gl 6 pf vor mein pfert auf 13 Tag; jeden Tag von einen 10 gl 6 pf gerechnet werden zum Spanngeld, so Wildbrett geführet undt anders bei der Jagt, so 87 Tage betroffen, ist jeden Tag 9 gl gerechnet, tut 32 Thlr. 15 gl.
4 Tag Wildbrett geführet, 3 Tag nach Kemitz, 1 Tag Haber nach Grünhain, 1/2 Tag Haber nach Hermanndorff.
2 Tag das Futer Heu nach Schneebergk führen helfen, 1 Tag wegen eines Hirschen von hier bis nach Grünhain, Wildbrett geführet von Schneebergk bis nach vWolkensteinj, 8 Tag von Bockau bis nach Kemitz zu spannen.

Hohe Jagt 1665.
3 Mann abgeschickt zur hohen Jagt vom 30. Juli bis 13. Aug., ist jeden des Tages 5 gl geben worden.
Zum Jägern vom 30. Juli bis 28. August 1665 1 Thlr. 1 gl 9 pf.
An Füctualien 5 alte Hüner 15 gl, 5 junge Hüner 10 gl 12 Kannen Butter, die Kann 4 gl, tut 2 Thlr., 6 Ziegenkeeß vor 2 gl. 1 Schock Kühekeeß undt 1 Schock Eyer, 1 Kappaun 8 gl, 3 Enden 5 gl, 1 Schock Eyer, 3 Strich undt 5 Metzen, das Strich zu 19 gl, 1/2 Futter Heu ist auch geben worden.

Rechnung über die Fuchsjagt.

1654,

8. - 14. Oktbr.

8 Mann

16. - 20. Oktbr.

wieder 3 Mann

1659

ist jedweder nach der Reihe gerechnet
Christoph Dirich und die 3 Heußler ürig geblieben.

1662

27. Oktbr.

8 Mann

28. Oktbr.

8 Mann. Diese sind gestanden bis 3. Novbr.

4. Nobvr.

2 Mann

Anmerkung von Jokisch.
1 Thlr. = Taler = 24 gl = Groschen
1 Groschen = 12 pf = Pfennig.

Anmerkung einer späteren Hand.

  • Contribution = Steuer, Kriegssteuer, Brandschatzung

  • Walpurga (gis) = die nächtliche Beschützerin, Heilige Schwester des heiligen Willibald, Äbtissin des Klosters Heidenheim, ihr Tag der 1. Mai, Nacht nach der Hexenvertreibung

  • Bartholomäustag = 20. August

  • Michaelisfest = zu Ehren der Engel, besonders des Engels Michael = 29. September

  • Defensioner = Art Landwehr, zum Schutze im 30jährigen Krieg. Die armen Leute waren eine Landplage

  • Botenlöhne: Es gab noch keine Postanstalten


Die verschiedenen Steuern, die zu erheben waren:
Pfennigsteuer, Viertelpfennigsteuer, Landsteuer, Fleischsteuer, Kontributionssteuer = Kriegssteuer

  • Victualien = Lebensmittel, wegen Einquartierung

  • durchmarschierende Truppen = Völker


Verordnungen wegen der Räuber, Zigeuner und Straßenräuber
Polizei-Verordnung wegen Hochzeiten, Kindtaufen und Kleidungen.

copyright (c) 2011 / 2012 Gert Süß
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü